Diagnose

Wie stellt man die Diagnose einer Psoriasis ?

Meist ist das Bild der Hautveränderungen so typisch, dass sich die Diagnose allein dadurch stellen lässt.

Hilfreich kann die Auslösung der sogenannten Psoriasiszeichen sein. Wenn man mit einem Holzspatel vorsichtig über eine typische schuppende Psoriasisläsion kratzt, dann lösen sich zunächst an Kerzenwachs erinnernde Schuppen (Kerzenwachsphänomen),  zurück bleibt ein dünnes glänzendes Häutchen (Phänomen des letzten Häutchens). Wenn man dies dann auch noch entfernt, dann kommt es zu punktförmigen Blutaustritten (Phänomen des blutigen Taus = Auspitzphänomen) aus den verlängerten Hautgefäßen.

Nur selten ist eine feingewebliche Diagnose notwendig. Dann wird eine kleine Hautprobe entnommen und unter dem Mikroskop betrachtet.

Bei der Psoriasis vulgaris (Plaqueform) sieht man dann typischerweise eine Verdickung der obersten Hautschicht (Epidermis) mit Ausbildung von verlängerten Epidermiszapfen. Die verstärkte und gestörte Verhornung zeigt sich in einer verbreiterten Schicht an Hornzellen (Hyperkeratose), manche Hornzellen (Korneozyten) weisen dabei noch Zellkerne auf, die bei einer normal ablaufenden Ausreifung der Zellen nicht mehr zu finden sind. Dies ist ein Hinweis für die gestörte Verhornung und wird als Parakeratose bezeichnet. Zwischen den Epidermiszapfen in den Papillen der Lederhaut (Dermis) findet man erweiterte und geschlängelt verlaufende kleine Hautgefäße. 

 

Bei den pustulösen Psoriasisformen kann man die oben genannten Veränderungen ebenfalls finden, allerdings meist weniger deutlich ausgeprägt. Typisch ist eine Ansammlung von neutrophilen Granulozyten im Sinne eines Eiterbläschens.

Da psoriatische Nagelveränderungen manchmal den Symptomen eines Nagelpilzes gleichen können, ist es manchmal sinnvoll eine Untersuchung auf Pilze durchzuführen. Dazu werden Nagelspäne möglichst aus der Tiefe (Übergang erkrankter Nagel zu gesundem Nagel) gewonnen und zunächst im Mikroskop angesehen sowie eine Kultur angelegt.

Wenn zusätzlich Gelenkbeschwerden bestehen, werden neben Blutuntersuchungen (Entzündungszeichen wie C reaktives Protein, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Rheumafaktor und anti-citrullinierte Antikörper) zunächst konventionelle Röntgenuntersuchungen der betroffenen Gelenke durchgeführt (z.B. Hände, Vorfüße, Sakroiliakalgelenke)  Da sich Veränderungen an den Knochen  im Röntgenbild manchmal erst spät zeigen (frühestens nach 6 Monaten), können weiterführende Untersuchungen mit Ultraschall oder ggf. ein MRT hilfreich sein.

Aufgrund neuerer Untersuchungen, die auf ein gehäuftes Auftreten von Erkrankungen des metabolischen Syndroms (Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes) bei Patienten mit einer schweren Form der Psoriasis hinweisen, ist eine regelmäßige Kontrolle (z.B. alle 1-2 Jahre)  von Gewicht, Blutdruck, Blutglucose und Blutfetten zu empfehlen.

Schweregradeinteilung der Psoriasis

Die am häufigsten verwendeten Schweregradmesser einer Psoriasis sind der PASI (psoriasis area and severity index), die Beteiligung der Körperoberfläche und die Lebensqualität der Patienten.

Der PASI ist ein Maß, der die Rötung der Hautveränderung, die Dicke, das Ausmaß der Schuppung sowie die betroffene Fläche beurteilt.

Der Zahlenwert liegt zwischen 0-72, wobei ein Wert von 10 bereits als mittelschwere Psoriasis gewertet wird und ein Wert ab 20 schon eine sehr schwere Psoriasis bedeutet.

Der Anteil der betroffenen Körperoberfläche wird in % angegeben. 1% der Körperoberfläche entspricht dabei in etwa der Fläche einer Handfläche mit Daumen einschließlich der Fläche der Finger bis zum ersten Fingergelenk. Ab einer mit Hautveränderungen bedeckten  Körperoberfläche über 10% spricht man von einer mittelschweren bis schweren Psoriasis.

Zwischen der Beurteilung des Arztes und der Beurteilung der Erkrankungsschwere durch den Betroffenen selbst kann es große Unterschiede geben. Deswegen ist es sinnvoll und wichtig zusätzlich einen Fragebogen zur Lebensqualität der Patienten zu verwenden. Am häufigsten wird dafür der DLQI (dermatologischer Lebensqualitätsindex) eingesetzt. Er besteht aus 10 Fragen, deren Beantwortung nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Der Fragebogen umfasst dabei nicht nur die Krankheitssymptome sondern auch Gefühle, die Beeinflussung täglicher Aktivitäten, Arbeit/Schule, Freizeit, persönliche Beziehungen sowie Auswirkungen der Behandlung.

 

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