Welche Formen der Psoriasis gibt es? Wie erkennt man sie?

Klinisch kann man verschiedene Formen der Psoriasis unterscheiden.

Die häufigste Form der Psoriasis, bei ca. 80-90% der Betroffenen, ist die Psoriasis vulgaris

 Formen der Psoriasis           Formen der Psoriasis

Sie äußert sich in den bereits oben beschriebenen typischen schuppenden, geröteten erhabenen Hautläsionen (Plaques), die sich meist an den Streckseiten von Armen und Beinen, am behaarten Kopf, den Ohren oder im Bereich des unteren Rückens bilden.

Die Plaques können dabei unterschiedlich groß sein, man findet zum Teil kleine Läsionen von 0.5-2.0 cm Größe, manchmal zeigen sich aber auch große Plaques  mit einem Durchmesser von 10-20 cm oder mehr.

Kommt es z.B. nach einer Infektion zu einer raschen Ausbreitung von kleinen Papeln (Knötchen) und Plaques (0.5-1.0 cm) an Rumpf, Armen und Beinen, dann spricht man von einer Psoriasis guttata (guttata = tropfenförmig). Diese Form findet sich häufig als erstes Anzeichen der Erkrankung bei Kindern nach einem Infekt (z.B. bakterielle Halsentzündung).

Formen der Psoriasis         

Manchmal können die Hautveränderungen bei Psoriasis auch an anderen Körperstellen auftreten, z.B. in den großen Körperfalten (Leiste, Achselhöhle, Gesäßfalte etc.) oder im Genitalbereich. Dann spricht man von einer Psoriasis inversa (= umgekehrt, d.h. an untypischer Lokalisation auftretend).                              

                 

Hier fehlt meist die typische Schuppung, so dass sich die Psoriasis als stark gerötete erhabene Läsionen zeigt,  teilweise mit schmerzhaften Einrissen der Haut

Manchmal können auch die Handflächen oder Fußsohlen rötliche schuppende Plaques aufweisen und zu schmerzhaften Einrissen in die Haut (Rhagaden) führen. Man bezeichnet diese Form als Psoriasis palmoplantaris (Palma=Handfläche; Planta=Fußsohle)

                            

In ganz seltenen Fällen (z.B. bei schweren Infektionen) können sich die Hautveränderungen ausbreiten und zu einer Rötung des gesamten Körpers führen. Man nennt dies Erythrodermie.  Die Betroffenen klagen dann häufig über Schüttelfrost und fühlen sich krank. Im Allgemeinen ist dann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.

                                       

Daneben gibt es noch spezielle Formen der Psoriasis, die ein etwas anderes klinisches Bild zeigen. Hierbei kommt es zum Auftreten von Eiterbläschen (Pusteln) auf geröteter Haut.

Man unterscheidet dabei generalisierte (großflächig ausgebreitete) und lokal begrenzte Formen, die z.B. nur die Handflächen und/oder Fußsohlen betreffen.

Die anuläre (ringförmige) Psoriasis kann sich aus einer Psoriasis vulgaris entwickeln, wenn es zu einer akuten Verschlechterung des Hautbefundes kommt (Schub). Dann bilden sich im Randbereich der Plaques kleine Eiterbläschen. Durch die Betonung des Randes der Plaques erinnern diese an Ringe.

Die Psoriasis pustulosa generalisata (von Zumbusch Typ) ist eine sehr seltene schwere Verlaufsform der Psoriasis. Dabei einstehen rasch düstere rote Hautläsionen am gesamten Körper, auf denen sich viele millimetergroße Eiterbläschen bilden, die zu großen „Eiterseen“ zusammenfließen können. Im Randbereich findet sich oft eine nach innen gerichtete Schuppung („Schuppenkrause“). Bei Ablösung der Pusteln können sich große flache offene Wunden bilden (Erosionen). Die Betroffenen entwickeln ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Fieber und Schwellungen von Lymphknoten. Wärme- und Wasserverlust durch die großflächige Entzündung der Haut können gefährlich sein, deswegen ist hier eine Aufnahme ins Krankenhaus und schnelle Therapieeinleitung notwendig.

Zu den lokal begrenzten Formen der pustulösen Psoriasis kann man die  Psoriasis pustulosa (pus=Eiter) palmoplantaris zählen. Sie tritt nur an den Handflächen und Fußsohlen auf. Typisch sind sogenannte sterile Eiterbläschen (d.h. Eiterbildung ohne Infektion) auf der geröteten Haut der Handflächen oder Fußsohlen, die sich in bräunliche millimetergroße Krusten umwandeln.

Diese Erkrankung findet sich deutlich häufiger bei Frauen und scheint durch Nikotin (Rauchen) negativ beeinflusst zu werden. Zum Teil sprechen die Hautveränderungen nicht so gut auf die Therapien an, die bei der Psoriasis vulgaris erfolgreich eingesetzt werden. Aufgrund der Unterschiede ist es heute umstritten, ob diese Erkrankung tatsächlich zur Psoriasis gerechnet werden sollte, oder doch eine eigenständige Erkrankung darstellt. Deswegen wird auch oft die Bezeichnung Pustulosis palmoplantaris verwendet.

Ähnlich verhält es sich mit einer anderen lokalisierten pustulösen Hautveränderung, der Acrodermatitis chronica suppurativa Hallopeau (Akren=Finger, Zehen…). Hier handelt es sich um eine Entzündung der Haut im Nagelbereich mit Rötung und Eiterbläschen, die sich häufig zunächst an einzelnen Fingern oder Nägeln zeigt.  Durch die Entzündung kommt es meist zum Befall des Nagels mit Wachstumsstörungen und kann ggf. sogar bis zum Verlust des Nagels führen.

                                             

Psoriasis-Arthritis (=Gelenkbeteiligung der Psoriasis)

Bei etwa 20-30% der Patienten, die an einer Psoriasis erkranken, kommt es zu einer Beteiligung der Gelenke. Bei 2/3 treten die Gelenkbeschwerden erst viele Jahre nach den Hautveränderungen auf. Bei etwa 10% können aber auch zunächst die Gelenke betroffen sein, ohne die typischen Hautveränderungen, was die richtige Diagnose erschweren kann. 

Häufig sind die kleinen Hand- und Fußgelenke betroffen,besonders die der Finger- und Zehenendglieder.

       

Manchmal können auch alle Gelenke eines Fingers oder Zehs betroffen sein und zu einer Schwellung des gesamten Fingers oder Zehs führen. Das wird als Daktylitis bezeichnet.

Jedoch ist auch die Entzündung und Schwellung einzelner bis mehrere großer Gelenke wie z.B. Knie, Hüfte oder Schulter möglich. Des Weiteren ist eine Beteiligung des Achsenskeletts (Wirbelsäule) nicht selten. Typisch sind dafür morgendliche tiefsitzende Rückenschmerzen, die sich durch Bewegung bessern.

Charakteristisch für die Psoriasis ist auch eine Entzündung der Sehnenansätze an den Knochen (Enthesitis), die sich z.B. in Schmerzen und Schwellung der Achillessehne (Fersenbereich) und Brennen der Fußsohle äußern kann.

 

Nagelpsoriasis

Veränderungen an den Nägeln sind bei der Psoriasis häufig zu finden, bei bis zu 50% aller Betroffenen. Im Laufe der Erkrankung treten sie sogar bei 80-90% der Patienten irgendwann  auf. Nagelveränderungen können ein  Hinweis für  eine Beteiligung der Gelenke sein, , besonders wenn die Gelenke der Fingerendglieder betroffen sind.

Zu den Nagelveränderungen, die häufig zusammen mit der Psoriasis auftreten, gehören die sogenannten Tüpfel oder Grübchen. Das sind kleine, runde und flache Einkerbungen der Nagelplatte.

   

Daneben finden sich gelblich-bräunliche Verfärbungen unterhalb des Nagels („Ölflecken“) und eine weißliche Verfärbung und Abhebung des Nagelrandes an der Fingerkuppe („Onycholyse“),

    

zum Teil mit darunter liegendem krümeligen Material, das durch die gestörte und gesteigerte Verhornung (Hyperkeratose) gebildet wird. Letzteres wird deswegen als subunguale (=unter dem Nagel liegende) Hyperkeratose  bezeichnet.

Manchmal kann man auch dunkle strichförmige Einblutungen im Nagelrand erkennen (Splitterblutungen)                                                            

Bei langanhaltender Entzündung kann es zu ausgeprägten Nagelwachstumsstörungen kommen (Onychodystrophie).

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